Interaktive Filme planen

Eines der prägenden Medien unseres Zeitalters ist das Computerspiel. Auch Kino, Streams und Fernsehproduktionen werden für den Zuschauer zum interaktiven „Spiel-Film“.

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Aktuelle Entwicklungen

Gamifizierte Filme für Kino und Smart TV sind auf dem Vormarsch. Im April 2018 verkündete 20th Century Fox (Disney) die Produktion von interaktiven Kinofilmen. Das erste Werk wird die Verfilmung der „Choose Your Own Adventure“-Spielbücher. Das Kinopublikum wird die Handlung gemeinschaftlich in Echtzeit bestimmen und den Ausgang selbst gestalten. Der Clou der neuen Technologie ist, dass der Film während der Eingabe weiterläuft. Software, um Videos in Echtzeit anzupassen, wurde bereits 2009 auf der CeBIT vorgestellt. Die aktuellen Entwicklungen machen das Seherlebnis gänzlich zum fließenden Full-Motion-Video.

Neu sind interaktive Filme nicht. 2016 kam der App-gesteuerte Spielfilm „Late Shift“ in ausgewählte Kinos. Die Zuschauer konnten sich bis zu 180 Entscheidungen stellen. Sogar die Kameraperspektive ließ sich während der Vorführung per Smartphone ändern. Ebenfalls 2016 experimentierte das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit einem interaktiven Format. Beim nichtlinearen Spielfilm „Terror – Ihr Urteil“ beteiligten sich gut 600.000 Zuschauer an der Abstimmung über zwei mögliche Enden.

Ende 2018 veröffentlichte VoD-Anbieter Netflix die Eigenproduktion „Black Mirror: Bandersnatch“ als Multistrang-Storytelling. Tiefgehende Interaktion des Zuschauers, wie ein Chat mit dem Protagonisten, heben das Film-Erlebnis auf ein neues Level. Die Produktion war weltweit ein Zuschauererfolg. Im März 2019 gibt der Streaming-Riese die Verdopplung seiner Aufwendungen für interaktive Produktionen bekannt. Aus dem Trend soll bald Mainstream werden. ❙❙

Stärken des interaktiven Films

Für Zuschauer:
Filme mit Entscheidungsfreiheit binden das Publikum aktiv ein. Die gemeinschaftliche Abstimmung im Kino stärkt das soziale Gefühl. Beim Streaming oder vorm Fernseher zuhause genießt der Nutzer seine Selbstbestimmtheit.

Für Broadcaster und Produktionsfirmen:
Das Programmfernsehen profitiert von Zuschauerbindung durch Live-Entscheidungen. Das Kino spricht mit dem interaktiven Filmerlebnis die umkämpfte junge Zielgruppe an. Weiterer Vorteil für Produzenten: Die Verbreitung illegaler Filmmitschnitte ist bei interaktiven Formaten wenig reizvoll.

Interaktive Produktionen planen

Die Planung mehrsträngiger Stories ist komplexer als bei linearer Erzählweise. Im Blog von Playstation spricht „Late Shift“ Regisseur Tobias Weber über seinen Dreh. Nicht nur die Schauspieler leisteten Mehrarbeit, auch der Soundtrack hat z.B. mehrere Versionen. Dazu kommt zusätzlicher Aufwand für Kostüme, Requisiten, Maskenbildner und ggf. Schauplätze unterschiedlicher Handlungsstränge. Die Variantenvielfalt sollte in der Produktionsplanung übersichtlich gemanagt werden.

Für moderate Produktionskosten trotz komplexer Workflows, brauchen Filmunternehmen ein effizientes Planungs-Tool.

Für die Planung interaktiver Filme eignet sich die CEITON Ideenverwaltung. In der Anwendung werden alle Ideen, Varianten und das zugehörige Budget planerisch abgebildet.

Nach Freigabe werden Produktionsideen direkt in übersichtliche Prozesse übertragen. Die Zuteilung von Mitarbeitern, Sachgütern, Studios und technischer Ausstattung erfolgt in einem flexiblen, stets erweiterbaren Tool. Schnittstellen zu Produktions-Software und Apps sind integrierbar.

Workflow-Darstellung in CEITON

Beispiel CEITON Workflow

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Blog von Ceiton expertplace in Leipzig
Über die Autorin Sarah Barnert

Sarah ist seit Oktober 2018 Content Managerin bei expertplace solutions, betreut unsere Social Media Kanäle und schreibt über Branchentrends.